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Der Spiegel ihrer Träume

Mordants Not, Band Nummer 1

Stephen R. Donaldson, 2000



Genre:Fantasy Verlag:Heyne
ISBN/Verlagsnummer:
Seitenanzahl: 941

Kein Cover vorhanden  Keine Rückseite vorhanden

2004.01.19 - 17:15 Uhr
Laghbas

Stepehen R. Donaldson, ein zwiespältiger Name in der Fantasy! Bekannt geworden durch seinen Zyklus über \"Thomas Covenant, den Zweifler\", der in den Siebzigern einer der ersten Zyklen in den amerikanischen Bestseller-Listen war und anerkanntermaßen einen gewissen genre-historischen Wert besitzt. Aber Donaldsons Fantasy war und ist niemals leicht zu lesen. Manche behaupten sein Stil wäre langatmig und seine Romane schlicht langweilig. Und sie haben in gweisser Weise recht. Donaldsonn schreibt wenig rasant und betont die allmähliche inner-psychologische Entwicklung seiner Figuren. Das ist nicht jedermanns Sache. Ebenso steht es eben auch mit \"Dem Spiegel ihrer Träume\", dem ersten Band des \"Mordent-Zyklus\" aus den späten achtziger Jahren (zweiter Band: \"Einer reitet durch\"). Eine verunsicherte Millionärstochter wird mittels Magie, bei Donaldson \"Imagomantie\" genannt, und nur mittels Spiegeln möglich (insgesamt ein interessantes, aber kein absolut überzeugendes Magie-System) in die fantastische Welt Mordents gezogen. Sie findet sich in den Mauern einer Burg namens \"Orison\" (die manchmal als Ort der Handlung an \"Gormenghast\" erinnert) wieder, und wird zum Spielball von Intrigen und Machtkämpfen zwischen dem magischen Orden der Imagomanten, des Königs von Orison und seiner Töchter, sowie zweier feindlich gesinnter Königreiche, die das Reich Mordent bedrohen. Dabei entdeckt sie allmählich ihre eigen Stärke und entwickelt sich vom bloß passiven Spielball der Mächte um sie herum zum aktiven und mitbestimmenden Teil der Geschehnisse um das Königreich. Hinzu kommt ihr persönlicher Zwiespalt zwischen zwei Männern, dem finsteren, animalisch-anziehenden Meister Eremis und dem töpelhaften Adepten Geraden. Die Entwicklung des Romans geschieht äußerst behäbig und wie es Donaldsons art ist eben wieder sehr stark unter Betonung der Psychologie seiner Hauptpersonen, vorallem der neu in die Welt eingetretenen Terisa, deren zunehmende Selbstsicherheit und Gewissenskonflikte sehr detailliert nachgezeichnet werden. An äußerer Handlung, die übrigens bis zum Ende der knapp 800 Seiten ausschließlich innerhalb der Mauern Orisons spielt, mangelt es ein wenig. Die Welt selbst ist mittelalterlich geprägt, obwohl Donaldson auch ein quasi-Sf-Element in die Handlung einbaut, indem er das bedrängte Mordent einen \"Kämpen\" aus einer anderen Welt herbeiholen lässst (ein Kämpfer mit hochtechnologischer Strahlenwaffe, der im ersten Band jedoch noch keine große Rolle spielt und, ehrlich gesagt, auch ein wenig deplaziert wirkt). Wenn mann bereit ist sich dem Stil Donaldsons anzupassen, sich auf ihn einlässt, auf psychologische Entwicklung der Figuren und Intrigen als hauptsächliches Handlungselment Wert legt, dann kann man durchaus ein paar vergnügliche Stunden In Burg \"Orison\" verbringen. Aber man braucht wirkliche Geduld und den echten Willen an der Sache dranzubleiben. Dann aber entfalten sich zwischendurch auch immer mal wieder \"magische Fantasy-Momente\", besonders, wenn Donaldson das Leben in der Burg oder die Burg selbst beschreibt. Dann wird es manchmal sehr dicht, was die Atmosphäre des Romans angeht und man taucht voll ein in diese, insgesamt gesehen, doch überzeugende Welt. Wer jedoch schnelle, handlungsbetonte Fantasy sucht, der schrecke zurück! Also, wenn man sich einlässt, eine klare 4 (ein Punkt abzug wegen der Langatmigkeit und Behäbigkeit der äußeren Handlung).
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mies so lala nett gut fantastisch!

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